Was ist das Down-Syndrom? Das Down-Syndrom ist eine genetisch bedingte Besonderheit, bei der das Chromosom 21 ganz oder teilweise dreifach statt wie üblich zweifach vorhanden ist. Diese genetische Veränderung wird auch Trisomie 21 genannt. Die zusätzliche Kopie entsteht meist zufällig durch eine Fehlverteilung der Chromosomen während der Zellteilung (meiotische Non-Disjunction). In sehr seltenen Fällen kann sie vererbt werden – etwa wenn ein Elternteil Träger*in einer balancierten Translokation ist oder selbst das Down-Syndrom hat.
Die vier Formen der Trisomie 21 Es gibt vier unterschiedliche Varianten von Trisomie 21, die sich durch ihren Entstehungsmechanismus und ihre genetische Ausprägung unterscheiden:
1. Freie Trisomie 21 Die häufigste Form – rund 95 % aller Menschen mit Down-Syndrom haben diese Variante. Dabei ist das Chromosom 21 in allen Körperzellen vollständig dreifach vorhanden. Diese Form entsteht durch eine Nicht-Trennung der Chromosomen bei der Zellteilung (Meiose). Karyotyp: 47,XX+21 bzw. 47,XY+21 Hinweis: Einige Wissenschaftler vermuten, dass der tatsächliche Anteil der freien Trisomie niedriger ist, da manche Fälle einer Mosaik-Trisomie fälschlich als freie Trisomie diagnostiziert werden.
2. Translokations-Trisomie 21 Etwa 3–4 % der Betroffenen haben diese Form. Hier liegt das zusätzliche Chromosom 21 nicht frei vor, sondern ist an ein anderes Chromosom angelagert – z. B. an Chromosom 13, 14, 15 oder 22. Diese genetische Umsortierung wird Translokation genannt. Karyotyp: z. B. 46,XX,t(21;14) oder 46,XY,t(21;14) Eine Translokations-Trisomie kann familiär gehäuft auftreten, wenn ein Elternteil Träger*in einer balancierten Translokation ist – selbst aber keine Symptome hat.
3. Mosaik-Trisomie 21 Diese seltene Variante betrifft etwa 1–2 % der Menschen mit Down-Syndrom. Hier liegt die Trisomie nicht in allen Körperzellen vor – es gibt also eine Mischung aus betroffenen und nicht betroffenen Zellen (Mosaik). Diese Form entsteht nach der Befruchtung durch eine Fehlverteilung der Chromosomen bei einer mitotischen Zellteilung. Karyotyp: 46,XX/47,XX+21 oder 46,XY/47,XY+21 Die Ausprägung der typischen Merkmale kann – abhängig vom Anteil der betroffenen Zellen – deutlich milder sein. Allerdings ist jede Ausprägung individuell.
4. Partielle Trisomie 21 Diese Form ist sehr selten – weltweit sind nur wenige hundert Fälle bekannt. Dabei liegt nur ein Teilabschnitt des Chromosoms 21 dreifach vor, während der Rest wie üblich doppelt vorhanden ist. Karyotyp: z. B. 46,XXder(21)(q23.2;q22.11) Diese Form ist vor allem für die Forschung wichtig, da sie Hinweise darauf geben kann, welche Gene auf dem Chromosom 21 für bestimmte Merkmale des Down-Syndroms verantwortlich sind.
ZusammenfassungObwohl sich alle Formen der Trisomie 21 genetisch unterscheiden, ist ihnen gemeinsam, dass sie die Entwicklung eines Menschen beeinflussen können – in sehr unterschiedlicher Ausprägung. Wichtig zu wissen: Jedes Kind mit Trisomie 21 ist einzigartig. Die Diagnose allein sagt noch nichts über die individuellen Fähigkeiten, Potenziale oder den Lebensweg aus.
Video: Wie entsteht eine Trisomie 21?
Beschreibung: Fast alle Menschen haben 46 Chromosomen: 23 von der Mutter und 23 vom Vater. Menschen mit Down-Syndrom haben in der Regel 47 Chromosomen. Bei ihnen ist das 21. Chromosom dreimal vorhanden. Deshalb spricht man auch von einer Trisomie 21. Menschen mit einer Trisomie 21 haben das Down-Syndrom. Das liegt daran, dass sie das Erbmaterial auf dem 21 Chromosomen dreimal haben. Warum das so ist, das weiß man nicht. Das ist eine spannende Frage.
Animation: Andreas Eisele Buch + Regie: Antje Bollmann touchdown21.info ohrenkuss.de ave.de,